Woran erkennen Sie, dass ihr Pferd eine Zahnbehandlung braucht?

Wurden bei Ihrem Pferd bereits die Zähne behandelt, haben Sie sicherlich eine Empfehlung bekommen wann sie Ihr Pferd zum nächsten Mal zur Kontrolle vorstellen sollten. Haben Sie nichts schrift­liches, scheuen Sie sich nicht noch einmal nachzu­fragen. Jeder der die Zähne von Pferden behandelt, ist dazu verpflichtet sich Aufzeich­nungen zur Behand­lung und den Befunden zu machen. Es sollte also kein Problem sein nach­zu­schauen, wann es bei Ihrem Pferd wieder an der Zeit ist.

Auch Impftermine eignen sich gut, um den aktuellen Zustand der Zähne über­prüfen zu lassen. Bei vielen Pferden ist dieses mit einem speziellen Griff in die Maul­höhle ohne Sedation zumindest soweit möglich, dass eine Ein­schätzung getroffen werden kann, ob die Behand­lung in nächster Zeit erfolgen sollte.

Aus Sicher­heits­gründen verwende ich das Maul­gatter in der Regel nicht am un­sedierten Pferd (Lesen Sie hier mehr dazu).

Auch Kauen mit offenem Maul kann auf die Not­wendig­keit einer Zahn­behand­lung hin­weisen
Bumps oder Knäste sind häufig ein Zeichen für Ver­zöger­ungen im Zahn­wechsel der Backen­zähne
Üblicherweise sollten bei jedem Pferd einmal im Jahr die Zähne auf Haken, scharfe Kanten und sonstige Ver­änder­ungen kontrolliert werden. Bei Pferden im Zahn­wechsel und älteren Pferden sollten die Zähne mindestens alle 6 Monate in Augen­schein genommen werden. Hier besteht leider noch immer der Irr­glaube, dass junge Pferde keine Kontrollen und Behand­lungen benötigen. Im Zeitraum des Zahn­wechsels werden bereits die Grund­steine für spätere Wellen- und Treppen­gebisse gelegt. Zwischen 2 1/2 und 5 Jahren wechseln nicht nur alle Schneide­zähne, sondern es werden auch insgesamt 12 Prämolare getauscht. Kommt es hier zu Verzöger­ungen durch einzelne zu spät ausge­fallene oder verklemmte Milch­kappen, entstehen nicht nur die knöchernen Auf­treibun­gen in Unter- und Ober­kiefer (Bumps oder Knäste), sondern auch unter­schiedlich hohe bleibende Backen­zähne, die zu unter­schiedl­ichen Zeit­punkten in Reibung gehen.

Sollten Sie bei Ihrem Pferd folgende Verhaltensweisen oder bereits die unten genannten Erkrankungen feststellen, ist es Zeit für eine Kontrolle der Zähne: 

  • Wickel Kauen bei der Heufütterung

  • starkes Speicheln beim Kauen

  • mühsames Kauen von hartem Brot, Leckerlies oder Möhren

  • schlechtes Abbeißen von harten Futtermitteln

  • Kraftfutter fällt beim Fressen aus dem Maul und wird um den Trog herum verteilt

  • wiederholte Verstopfungskoliken

  • einseitiger, häufig stark stinkender Nasenausfluss

  • auffälliger Geruch aus dem Maul

  • starke Zahnsteinbildung

  • schlechte Aufnahme von kaltem Wasser

  • Kotwasser und grob faserige Äppel

  • Widersetzlichkeiten beim Auftrensen oder Reiten

  • stetig schlechter werdende Rittigkeit