Da ich in großen Teilen mit einer elek­tri­schen Zahn­maschine arbeite, wird für die Zahn­behand­lung ein Strom­anschluss be­nötigt, der eine gleich­mäßige Spannung liefert. Man muss sich verdeutlichen, dass die Behandlung mit elektrisch betriebenen Metallhandstücken durchgeführt wird, die direkt mit der Schleimhaut des Pferdemauls in Kontakt kommen. Zusätzlich arbeite ich teilweise mit einer Wasserkühlung, so dass hier als zusätzliche Gefährdung das Element Wasser hinzukommt.

Im vergangenen Jahr ist es mehrfach zu Zwischenfällen gekommen bei denen entweder das Pferd und/oder ich einen elektrischen Schlag bekommen haben oder meine Maschine beschädigt wurde und nicht mehr verwendbar war.

Diese Vorfälle lagen einzig und alleine an der Elektroinstallation der betreffenden Ställe (z. B. fehlender Schutzleiter oder Vertauschung von Schutzleiter und Außenleiter) so dass ich hier mittlerweile mehrere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen habe.

Ob beim Spülen, Schleifscheiben reinigen oder beim wassergekühlten schleifen, das Wasser ist allgegenwärtig und in Kombination mit dem Strom potentiell gefährlich für Behandler und Patient

Die Strom­quelle darf maximal 25m vom Behand­lungs­ort ent­fernt sein. Eine Kabeltrommel mit der entsprechenden Länge bringe ich mit. Bitte be­achten Sie, dass das Kabel so ver­legt werden sollte, dass während der Be­hand­lung kein Pferd darüber geführt wird. Neben Beschä­digun­gen am Kabel, kann dies beson­ders für be­schlagene Pferde eine töd­liche Gefahr dar­stellen, wenn die Eisen die Iso­lierung des Kabels durch­trennen!

Meine Kabeltrommel ist mit einer Schutzeinrichtung namens SPE-PRCD ausgestattet und prüft die Steckdose vor der Benutzung auf eine ordnungsgemäße Verdrahtung. Nur wenn diese in einem einwandfreien Zustand ist, wird die Verwendung freigegeben. Dieses Verfahren ist für Steckdosen auf Baustellen von der Berufsgenossenschaft vorgeschrieben und wird auch von Feuerwehren obligatorisch eingesetzt. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre vertraue dieser Sicherung damit im Zweifel mein Leben an und habe festgestellt, dass sie mir in gewissen Fällen nicht ohne Grund die Freigabe verweigert. Ist das der Fall brauchen wir nicht diskutieren woran es liegen kann – dafür ist der Elektriker der richtige Ansprechpartner.

Finden wir im genannten Umkreis um einen möglichen Behandlungsort (s. Aufhängung und rutschfester Boden) keine funktionierende Steckdose, kann ich die Behandlung nicht durchführen. Um nicht weiterhin selbst auf den Fahrtkosten sitzen zu bleiben (die Touren sind ja im Vorfeld berechnet und im Zweifel schon niedrigere anteilige Fahrtkosten für andere Ställe abgerechnet), behalte ich mir vor, die Anfahrt auch ohne Behandlung in Rechnung zu stellen.

Stromnetz in Manila (Philippinen): Gefühlt manchmal ähnlich strukturiert wie einige Stallinstallationen

Des Weiteren muss die Kabeltrommel direkt in die Steckdose eingesteckt werden! Eine Mehrfachsteckdose (oder auch mehrere in Reihe) kann hier nicht verwendet werden, bitte sorgen Sie dafür, dass das im Zweifel mit dem Stallbesitzer abgeklärt ist und nicht das Weidezaungerät wegen der Zahnbehandlung keine Saft mehr hat. Auch Wasserkocher o.ä. am gleichen Stromkreis können bei schlechtem Timing  erfahrungsgemäß dafür sorgen, dass die Sicherung rausfliegt.

Im Interesse der Pferde muss hier in aller Deutlichkeit gesagt werden, dass die Elektroinstallationen in einigen Ställen leider mehr als desolat sind. Hier werden Kurzschlüsse und Kabelbrände in einer Umgebung provoziert in der Brände häufig zu spät bemerkt werden. Innen verschmorte Steckdosen, abgescheuerte Isolierungen, dauerhaft eingesteckte Wasserkocher und Türme aus Mehrfachsteckdosen sprechen hier leider Bände. Vielleicht kann auch der Zahnarzttermin einmal Anlass geben hier die Sicherheit der ansonsten so liebevoll umsorgten Pferde zu überprüfen und sicher zu stellen.

In vielen Fällen ist es, falls am Stall keine Elek­trik vor­handen ist, möglich einen Gener­ator zu nutzen. Dieser muss jedoch eine gleich­bleibende Span­nung erzeu­gen und über aus­reichend Leis­tung (der Motor hat eine Leistung von 350 W) ver­fügen. Bitte stellen Sie sicher, dass genü­gend Treib­stoff für ca. eine Stunde Betriebs­dauer (pro Pferd) vor­handen ist. Zudem ist es uner­läss­lich, dass eine Person an­wesend ist, die das Gerät be­dienen und im Zweifel auch kleinere Prob­leme beheben kann.